Invisalign Prof. Dr. Polzar

 

FONE  0 6 0 4 2 - 2 2 21

Beurteilung - Schweregrad Beurteilung - Schweregrad

Implantat

DAS IMPLANTAT

IN DER

 ZAHNHEILKUNDE

 IMPLANTAT - ERFOLGE   

 

 

Was führte zum Erfolg der Implantate in der Zahnheilkunde?:

Die Implantat-Materialforschung:

Heutige Implantate bestehen weitgehend aus Titan und weisen eine spezielle Oberfläche auf, (Plasmaschicht) welche das Einheilen und Anhaften von Knochen begünstigt. Neueste Implantatentwicklungen basieren auf Zirkonkeramikbeschichtungen oder auf Vollkeramik mit Zirkon. Diese sind besonders fest und weisen gerade für den Frontzahnbereich eine hohe ästhetische Integration aus. Der Vorteil zum Titanimplantat ist eben die weiße Farbe des Grundkörpers, im Gegensatz zur hellgrauen Titanfarbe. Der Nachteil liegt in der Keramik selbst, die zwar sehr hart ist, jedoch wegen ihres äußerst geringen Elastizitätsmodules bei Spitzenbelastungen zerbrechen kann. Auch deshalb musss bei der Verwendung von Keramikgrundstoffen eine größere Mindestdicke der Materialschicht gewährleistet werden, was zu größeren Grundkonstruktionen führt. Der Verbund zwischen Metall und Zirkonkeramik erlaubt dann jedoch ein schmaleres Design.
 

Die Technik der Implantatherstellung:

Die Konstruktion, das „Design“ der Implantatkörper, seine Verbindung mit der darüber befestigten Krone, die so genannte Suprakonstruktion haben sich gerade in den letzten 20 Jahren derart verbessert, dass mittlerweile fast alle System sehr ausgereift sind und über eine langjährige Erfahrung zurückblicken können.

 Es liegt somit an der Situation im Mund des Patienten und an der Erfahrung des Zahnarztes, was bestimmt, welches Implantatsystem dem Patienten empfohlen werden kann.
 

Die Implantat-Indikation:

Heute weiß man, dass die Indikation zur Implantatversorgung viel größer ist, als zu Beginn dieser noch neuen Versorgung angenommen wurde. Misserfolge bei der Implantation können durch eine sorgfältige Voruntersuchung (Anamnese) und Indikationsstellung weitgehend vermieden werden. Bei einer richtigen Auswahl und Bestimmung zur Implantatversorgung kann die Prognose für die nächsten 5 Jahre bei über 95 % und für die nächsten 10 Jahre bei über 92 % liegen.
 

Bei folgenden Situationen ist Vorsicht angeraten, weil sie die Prognose für die lange Erhaltung eines Zahnimplantates beeinträchtigen können:

Raucher

1) An Nummer eins ist hier das Rauchen zu nennen. Raucher haben bei allen Untersuchungen die schlechteste Implantaterfolgsrate!

 
Zuckerkrankheit

2) Diabetes kann, muss aber nicht die Erfolgsrate einer Implantatversorgung beeinträchtigen. Ist der Patient mit seiner Insulingabe gut eingestellt und in gutem Allgemeinzustand, so spricht in der Regel nichts gegen Zahnimplantate.

 
Herzerkrankungen

3) Herzinfarkt, herzinfarktgefährdete Patienten Herzklappenersatz-Patienten und Patienten die Blutverdünnungsmittel (Marcumar) sollten auf jeden Fall vor der Implantat-Versorgung mit ihrem Hausarzt und Zahnarzt darüber sprechen, ob aufgrund der primären Erkrankung eine Implantation unbedenklich ist, oder die Risiken (einer bakteriellen Infektion) zu groß sind.

 
Immunsystem

4) Ebenso sollte beim Vorliegen von Immunerkrankungen oder nach Immunsuppressiver Therapie (Tumornachbehandlung mit Chemotherapie oder Strahlenbehandlung) unbedingt mit dem Hausarzt und Zahnarzt über die Risiken und Vorteile einer Zahn-Implantation gesprochen werden.

 
Zahnfleischentzündungen

5) Beim Vorliegen einer akuten Parodontitis ist es nicht erlaubt (kontraindiziert) ein Implantat zu setzen. In ein entzündliches Gewebe oder in einer Umgebung von entzündlichem Gewebe sollte niemals ein Implantat inseriert werden. Jedoch kann beim Bestehen einer abgeheilten Parodontitis, einer chronischen Parodontose mit dem Zahnarztes über die Indikation eines Implantates gesprochen werden.

 
Knochenschwund

6) Selbst beim chronischen oder akuten aber zurückliegenden Verlust größerer Kieferknochenanteile ist heutzutage eine Zahnimplantation mögliche.

Durch Einbringen von bovinem (Kuhknochen) Knochenersatzmaterial, autologem (eigenem) Knochen oder durch „Züchtung“ von eigenem Knochen kann das Implantatbett die erforderliche Stabilität erhalten.

Ganz besonders geschickt ist hierbei die Knochenneugewinnung (=Osseogenese) mit Hilfe titanverstärkter Schutzmembranen (z. B. Gore-Tec®-Membranen) oder auch, wie auf dieser Internetseite unter „Backenzahn“ dargestellt, durch bestimmte kieferorthopädische Zahnbewegungen, welche die Osseogenes induzieren. Dieser sich selbst bildende eigene Knochen ist dann die biologisch hochwertigste und eleganteste Methode das Implantatbett aufzubereiten.
 

Das Implantat-Konzept:

Neben den oben beschriebenen Parametern, die entscheidend für das Gelingen einer Implantation sind, spielt das Behandlungskonzept des Zahnarztes eine ebenso große Rolle. Daraus resultiert dann das Procedere, wie im Einzelfall vorzugehen ist und auch wie die vom Implantat zu tragenden Prothetik (=Suprakonstruktion) gestaltet wird. Viele Kollegen verfügen über eine große Erfahrung oder haben sich auf die Versorgung mit Zahnimplantaten spezialisiert. Diese dürfen dann die Zusatzbezeichnung mit Kammerzertifikat für Implantologie führen. Auch viele Oralchirurgen und Kieferchirurgen führen den ersten Schritt, das einsetzen des Primärimplantate aus. So kann dann der Zahnarzt darauf die Suprakonstruktion verankern.
 

Welche Vorteile kann die Implantatversorgung haben?:

Implantate spielen in der Zahnheilkunde eine immer größere Rolle und sie sind vom Alltag einer fortschrittlichen Zahnarztpraxis nicht mehr wegzudenken. Warum ist das so, und welche Vorteile hat solch ein „Nagel“ oder solch eine „Schraube“ im Kiefer? Die Vorteile sind vielfältig. Anstehend sollen nur einige wichtige aufgeführt werden:
 

Zahnlücken

1) Hat der Patient eine Zahnlücke, so müssen die benachbarten Zähne beschliffen werden, um diese Lücke mit einer Brücke zu schließen. Sind die Nachbarzähne noch sehr gut intakt, so wäre es schade, hier viel Zahnschmelz und auch Zahnbein zu opfern um die Brücke, welche wie Zipfelmützchen über die präparierten Zahnstümpfe gestülpt und festzementiert werden, eingliedern zu können.

Ein solitäres Zahnimplantat füllt die Lücke aus, kann Kaudruck aushalten, verhindert, dass die benachbarten Zähne in die Lücke kippen oder dass der Zahn im entgegen liegenden Kiefer in die Lücke wächst (=elongiert).

 
Frontzahn

2) Im parodontal geschädigten Gebiss oder bei einzelnem Frontzahnverlußt oder auch im Kiefer mit spärlicher Restbezahnung aber noch reichlich vorhandenem Kieferknochen kann das Implantat das verschwinden des restlichen Knochens (Knochenrückbildung = Osteolyse) aufhalten. Ein Implantat hält den umgebenden Knochen am Platz und verhindert oder verzögert die voranschreitenden Osteolyse.

Natürliche Zähne und Implantate

3) Bei fehlen eines einzelnen Fronzahnes müssten die benachbarten Zähne beschliffen werden um eine Brücke zu konstruieren. Die überkronten Zähne sind häufig viel dicker als die vorherigen eigenen Zähne um der erforderlichen Wandstärke des zahntechnische Werkstückes zu genügen. Auch sehen diese Zähne selten den vorherigen natürlichen Zähnen ähnlich. Ein Implantat erspart wiederum das Beschleifen der Nachbarzähne und ermöglicht ein natürlicheres Erscheinen der rekonstruierten Front.

 
Zahnfleisch „Rot-Weiß Ästhetik“

4) Bei einer Zahnärztlichen Versorgung mit einer Brücke ist immer mit schwierigen Verhältnissen zum Zahnfleischrand hin zu rechnen. Gerade im Frontzahnbereich des Oberkiefers ist hier mit erheblichen ästhetischen und funktionellen Beeinträchtigungen zu rechnen. Es sieht eben nicht schön aus, dass dort, wo eine Zahnwurzel den Platz ausfüllte eine Delle im Zahnfleisch zu sehne ist. Oder es bilden sich beim Sprechen kleine Speichelbläschen im Zahnzwischenraum und Essensreste verfangen sich ständig unter der Zahnbrücke. Das alles kann mit einem Implantat umgangen werden. Das Implantat stabilisiert den Knochen, gibt der Funktion seinen natürlichen Raum und es unterstütz das Zahnfleisch. Bei ganz geschicktem Vorgehen können die Zahnärzte sogar die Zahnfleischpapillen wieder herstellen. Der Spezialist spricht dann von einer gelungenen „Rot-Weiß- Ästhetik“ . Dennoch ist gerade im Frontzahnbereich bei Kindern und Jugendlichen äußerste Vorsicht geboten. Da der Kiefer bis zum vierten Lebensjahrzehnt wachsen kann, entstehen bei zu früher Implantation mitunter unlösbare ästhetische und schwierige funktionelle Probleme. Die gute Eigenschaft, dass ein Implantat den Knochenrückgang verhindert oder verzögert (also eine Veränderung aufhält), ist gleichzeitig auch die schlechte Eigenschaft des Implantates: Während der jugendliche Kieferknochen noch wächst, wird in der Region um das Implantat das Wachstum aufgehalten. Das Implantat verschwindet somit in seiner wachsenden Umgebung und die Implantatkrone müsste immer länger gemacht werden, um dies auszugleichen.

 
Feste Prothese mit Implantaten

5) Gerade im restbezahnten Gebiss kann ein Implantat den noch fehlenden Pfeiler darstellen um eine festsitzenden Prothetik zu ermöglichen.

 
Prothesen-Haftung und Implantate

6) Sind gar keine Zähne mehr vorhanden und die Prothese schlappert herum, so wird sich jeder Patient freuen, wenn er wieder das Gefühl und die Sicherheit haben kann, wie auf eigenen Zähnen kauen zu können. Ist noch genügend eigener Kieferkammknochen vorhanden oder kann dieser mittels ausgefeilschter geschickter Techniken wieder hergestellt werden (z.B. mittles „Sinus-Lifting“), so können auch einem zahnlosen Patienten Implantate gesetzt werden. Im besten Fall dienen diese dann einer fest eingesetzten Prothese als Halt.
 

Die hier aufgeführten Beispiele sollen Mut zum Implantat machen und zeigen, dass gerade in der Zusammenarbeit zwischen den Ärzten (hier Hausarzt, Kieferorthopäde, Zahnarzt oder Implantologe) eine besser zahnärztliche Versorgung möglich ist.

Ja manchmal ist gerade die kieferorthopädische Vorbehandlung erst die Voraussetzung, damit eine sinnvolle Implantatplanung und Behandlung erfolgen kann.

 

 

Drucke: Invisalign Implantate